Die Herausforderung
Wir erhielten eine Anfrage für ein echtes Once-in-a-Lifetime-Projekt.
Wir das Olympische Team von Saudi-Arabien mit maßgeschneiderten Textilien ausstatten – wie hätten wir da Nein sagen können?

Das Ziel
Unsere Aufgabe war es, eine vollständige Uniform für das Olympische Team von Saudi-Arabien zu entwerfen – von Kopf bis Fuß. Das bedeutete nicht nur, ein stimmiges Designkonzept auf Papier zu entwickeln, sondern auch einen eigenen Schnitt für sämtliche Textilien zu entwerfen und die erste Charge bis Ende April 2022 zu liefern.
Die erste Kommunikation fand Anfang Februar 2022 statt.
Das Projekt umfasste weit mehr als klassische T-Shirts: Trainingsanzüge, Präsentationsanzüge, Sportbekleidung, Regenjacken, Kappen, Mützen, Schuhe und Socken standen ebenso auf der Liste wie Reisekoffer, Handgepäckskoffer und Rucksäcke.
Die Produktionszeit nach Freigabe? Weniger als zwei Monate.
3
Monate
vom Erstentwurf bis zur ersten Lieferung nach Riyadh
30k+
maßgeschneiderte Artikel
T-Shirts, Poloshirts, Trainingsanzüge, Hoodies, Schuhe, Koffer, Hosen uvm.
400+
Mitarbeiter
waren an diesem einzigartigen Projekt für Saudi Arabien beteiligt.
„We were surprised by how young the team was, but even more impressed by their expertise, deep knowledge, and unwavering commitment to successfully completing the project.“

Marcelo Braga
Games Director at Saudi Olympic & Paralympic Committee

Der Ablauf dieses Projekts
Nachdem die Grunddetails geklärt waren und wir wussten, welche Textilien und weiteren Produkte benötigt werden und wir machten uns an die kreative Arbeit. In Österreich entwarfen wir am Computer rund acht Designlinien für das Olympische Team. Nach vielen intensiven Arbeitsstunden, zahllosen E-Mails und unzähligen WhatsApp-Nachrichten standen schließlich drei finale Designs fest.
Gleichzeitig begannen wir nach geeigneten Produktionsstandorten zu suchen. Eine Fertigung dieser Menge war in der kurzen Zeit weder in Österreich möglich noch finanzierbar, und einige Produkte ließen sich überhaupt nicht in Europa herstellen. Daher reisten wir Ende Februar nach Sialkot in Pakistan, um dort Muster anfertigen zu lassen. Wir hatten exakt zehn Tage vor Ort. Die Produktionschefs empfing uns mit großer Herzlichkeit und behandelte uns ausgesprochen gut – fast zu gut, denn die ersten beiden Tage verbrachten wir eher damit, die Fabrik zu besichtigen, als produktiv zu arbeiten. Das rächte sich gegen Ende unserer Zeit dort: Einige Mitarbeiter der Produktion mussten bis tief in die Nacht arbeiten, um die Muster rechtzeitig fertigzustellen.
Vier Stunden vor unserem Rückflug waren die letzten Muster bereit, und wir waren mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Die Stoffqualität stimmte, die Designs waren einzigartig, und wir konnten beruhigt den nächsten Schritt antreten: die Reise nach Riyadh, die Hauptstadt von Saudi-Arabien. Nach einem Nachtflug kamen wir morgens in Riyadh an und gönnten uns im Hotel einen kurzen Powernap, bevor es zum Trainingszentrum des saudi-arabischen Olympia-Teams ging.
Was uns jedoch nicht klar war: Wie sollte die Präsentation ablaufen? Wir rechneten damit, die Muster in einem kleinen Kreis von etwa zehn Personen vorzustellen und über mögliche Änderungen zu diskutieren. Stattdessen fanden wir uns in einer großen Halle, mit Bühne sowie mit rund 200 Journalisten und Vertretern aus dem Sport wieder, wo saudi-arabische Sportler unsere Muster präsentierten.
Die Verantwortlichen zeigten sich äußerst zufrieden und informierten uns, dass wir anschließend ein Treffen mit Seiner Hoheit Prinz Fahad bin Jalawi Al Saud haben würden, der die finalen Entscheidungen und Freigaben zu den Textilien treffen würde. Natürlich sorgte dies für Nervosität, denn nicht jeden Tag hat man die Gelegenheit, einem Prinzen von Saudi-Arabien zu begegnen. Als wir in den ersten Stock gingen und mitgeteilt bekamen, dass uns der Prinz erwarte, stieg unser Puls nochmals. Doch nach einem kurzen Kennenlernen zeigte sich Prinz Fahad äußerst entspannt und wertschätzte unsere Arbeit sehr. Sein Feedback umfasste lediglich kleinere Änderungen, etwa die Streifen an den Ärmeln von drei Zentimetern auf 1,5 Zentimeter zu verkleinern. Diese Änderungen konnten wir über Nacht einarbeiten, sodass wir am nächsten Tag das finale Meeting hatten, bei dem die Freigabe und die endgültigen Stückzahlen für die erste Lieferung erteilt wurden. Ab diesem Zeitpunkt lief die Uhr gegen uns – weniger als 50 Tage bis zur Lieferung!
Nach dieser intensiven Reise kehrten wir nach Österreich zurück, wo bereits das nächste Projekt auf uns wartete: die Eröffnung der ehemaligen Stein.Bar, jetzt Mach.Bar.
In der Zwischenzeit blieben wir während der gesamten Produktionsphase in engem Kontakt mit den Produktionsstätten, um sicherzustellen, dass alles termingerecht geliefert wird. Viele schlaflose Nächte verbrachten wir mit Abstimmungen und Qualitätskontrollen.
Fünf Tage vor dem Liefertermin informierte uns die Produktion, dass alle Textilien fertiggestellt waren und die LKWs am nächsten Tag die Ware zum Flughafen bringen würden. Erleichtert stellten wir fest: Wir waren im Plan. Währenddessen trafen weitere Artikel aus anderen Produktionsstandorten ein, wie beispielsweise Schuhe aus dem Europa-Lager eines unserer Lieferanten, die ebenfalls per Luftfracht nach Saudi-Arabien geschickt wurden.
Am 28. April 2022 bekamen wir die Nachricht von unserem Ansprechpartner Marcelo Braga, dass alle Textilien und Produkte sicher in Saudi-Arabien angekommen waren und er mit unserer Zusammenarbeit sehr zufrieden war. Er kündigte auch bereits die nächsten Projekte und Bestellungen an, für die leider nicht wesentlich mehr Produktionszeit eingeplant war.
Rückblickend war dieses Projekt eines der außergewöhnlichsten, das wir jemals realisiert haben. Dank unseres großartigen Teams, unserer Partner und unseres Netzwerks konnten wir dieses anspruchsvolle Vorhaben erfolgreich abschließen und wertvolle Erfahrungen sammeln. Dieses Projekt hat uns als Unternehmen gestärkt und gezeigt, dass wir auch unter schwierigen Bedingungen und Zeitdruck Herausragendes leisten können.


